Was wir wollen

Wir wollen Agrarwende und Gesellschaft zusammenbringen

Gemeinsam für eine bäuerliche und ökologischere Landwirtschaft

Die Agrarpolitik der Europäischen Gemeinschaft ist krank. Ursprünglich sollte sie die Bürgerinnen und Bürger zu erschwinglichen Preisen mit Lebensmitteln versorgen und den Höfen auskömmliche Preise garantieren. Heute verursacht sie auf Kosten der Allgemeinheit Überschüsse, Verschwendung sowie ökologische und soziale Zerstörung – und bevorzugt im Namen globaler Wettbewerbsfähigkeit wenige Agrar- und Handelskonzerne, während das Bauernsterben rasant voranschreitet.

Der Druck der Maxime „Wachse oder weiche“ treibt Landwirtinnen und Landwirte in Intensivierung und Expansion, bei denen es nur Verlierer*innen gibt. Auf der Strecke bleiben Natur- und Umweltschutz, der Respekt vor der Kreatur, Familien, Traditionen und Kulturlandschaften. Statt die Ursachen anzugehen, mildert die EU nur die Folgen mit Ausgleichszahlungen und spielt Bäuerinnen und Bauern gegen Verbraucher*innen aus.

Dabei stehen Wissen, Bereitschaft sowie die technischen und finanziellen Möglichkeiten für eine nachhaltige, menschen-, tier- und umweltgerechte Landwirtschaft längst zur Verfügung. Es fehlt einzig der Wille und Mut zu einer entsprechenden Markt- und Politikgestaltung: Die europäische Agrarpolitik braucht neue Ziele und demokratische Grundlagen.

Unsere sechs Forderungen

  1. Das Menschenrecht auf gesunde Nahrung weltweit durchsetzen
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    Das Menschenrecht auf gesunde Nahrung weltweit durchsetzen

    Eine Milliarde Menschen hungern, ebenso viele sind fehlernährt und übergewichtig. Oberstes Ziel der EU-Agrarpolitik muß es sein, alle Bürgerinnen und Bürger gut und gesund mit den Ressourcen zu ernähren, die jeder und jedem der sieben (bald neun) Milliarden Erdenbürger*innen nachhaltig zur Verfügung stehen. Wir müssen unseren Bedarf auf der eigenen Fläche decken. Heute hat die EU ein Netto-Defizit von 35 Millionen Hektar. Zugleich bedrohen subventionierte Exporte in arme Länder dort die Selbstversorgung und Existenz von Kleinbauern.

    • Alle Exporte, die Kleinbäuerinnen und -bauern in Entwicklungsländern bedrohen, einstellen statt subventionieren
    • Billigimporte, v.a. von Futtermitteln und Agrar-Sprit unterbinden
    • Gerechte Preise für importierte Agrarprodukte
  2. Landwirtschaft soll sich lohnen – für Bäuerinnen und Bauern und Verbraucher*innen
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    Landwirtschaft soll sich lohnen – für Bäuerinnen und Bauern und Verbraucher*innen

    Nachhaltige bäuerliche Landwirtschaft und gute Qualität brauchen kostendeckende Preise. Dazu muß die Marktmacht der Landwirt*innen und Verbraucher*innen gestärkt werden. Wir wollen eine bedarfsorientierte, möglichst regionale Produktion und Verarbeitung von Lebensmitteln. Wir brauchen qualifizierte, traditionsbewußte und innovative Bäuerinnen und Bauern und Verarbeiter*innen, denen wir vertrauen können. Wir wollen keinen Hof mehr verlieren!

    • Bäuerliche Betriebe und Arbeit fördern statt benachteiligen, keine Subventionen für Konzerne!
    • Direktzahlungen für Umwelt- und soziale Leistungen, gekoppelt an die Zahl der Beschäftigten
    • Überproduktion, Verschwendung und Preisverfall mit Mengensteuerung durch Erzeuger*innen und Verbraucher*innen verhindern!
    • Mindestlöhne und Antidumping-Gesetze in der Land- und Lebensmittelwirschaft!
  3. Gesunde Tiere für gesunde Ernährung
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    Gesunde Tiere für gesunde Ernährung

    Tierschutz, gesunde Ernährung, Klimawandel und Ressourcenknappheit zwingen zur Umkehr in der Tierhaltung und beim Fleischkonsum. Wir müssen uns an der verfügbaren Fläche und der Würde der Kreatur orientieren.

    • Industrielle Tierhaltung nicht länger subventionieren
    • Eiweißfutter wieder in Europa erzeugen, Grünland erhalten
    • Die Würde der Tiere achten, quälerische Haltung und Zucht zu verbieten
  4. Vielfalt statt Monokulturen
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    Vielfalt statt Monokulturen

    Die Vielfalt der Kulturlandschaften Europas, unserer Kulturpflanzen und Nutztierrassen zu erhalten und das Artensterben zu stoppen ist eine Überlebensfrage in Zeiten des Klimawandels.

    • Verbesserung der Artenvielfalt, Mindestfruchtfolgen und Erhalt von Grünland auf allen Betrieben
    • Den Einsatz synthetischer Dünge- und Pflanzenschutzmitteln systematisch reduzieren
    • Agrarökologische Lösungen und ökologische Landwirtschaft gezielt fördern
  5. Klimaschutz und nachhaltige Landwirtschaft
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    Klimaschutz und nachhaltige Landwirtschaft

    Wir müssen unsere Klimagas-Emissionen um 80% reduzieren, auch in der Landwirtschaft. Dazu müssen wir v.a. die Abhängigkeit unserer Ernährung von Öl und Mineraldünger überwinden, die Fleischproduktion umstellen und die Speicherung von Kohlenstoff durch Humusbildung im Acker- und Grünland steigern. Großflächiger Ersatz fossiler Energie durch Sprit- und Energiepflanzen vom Acker ist keine Alternative.

    • Kleinteilige, effiziente und angepaßte Energiegewinnung, v.a. aus Abfallstoffen und Zwischenfrüchten statt Monokulturen für Sprit und Biogas
    • Maximale Energie- und Klimagaseffizienz und Humusaufbau fordern und fördern
  6. Innovation statt Risiko- und Monopoltechnologien
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    Innovation statt Risiko- und Monopoltechnologien

    Risikotechnologien wie die Agro-Gentechnik lehnen wir ab. Bäuerliche Kompetenz und ganzheitliche Forschung ist die Grundlage der Innovation. Die Natur als „Bio“-Fabrik ist keine Zukunftsstrategie.

    • Den Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen, patentierter Lebewesen und geklonter Tiere verbieten
    • Forschung an den Bedürfnissen der Landwirt*innen und Steuerzahler*innen und den ökologischen Herausforderungen ausrichten, ihre Ergebnisse fair teilen, kritisch bewerten und verbreiten