Zum Pride Month haben wir mit einer jungen Gemüsebäuerin gesprochen, die in einem Kollektiv wirtschaftet und für Vielfalt in der Landwirtschaft eintritt. Ihr Hof liegt in der Uckermark — und ist in der ländlichen Region längst kein Geheimnis mehr.

Die Landwirtschaft gilt als konservative Branche. Wer queere Lebensweisen offen lebt, stößt auf dem Land oft auf Widerstände. Doch das ändert sich — langsam, aber spürbar.

Kollektiv statt Einzelkämpferin

Seit drei Jahren bewirtschaftet das Kollektiv einen 8 Hektar großen Gemüsebaubetrieb in der Uckermark. Sieben Menschen, drei Wohnhäuser, ein gemeinsamer Betrieb. Was von außen kompliziert klingt, funktioniert im Alltag erstaunlich gut.

„Wir haben von Anfang an alles schriftlich geregelt — Entscheidungswege, Aufgabenverteilung, was passiert, wenn jemand aussteigt. Das war viel Arbeit, aber es hat uns vor vielen Konflikten bewahrt."

Die Gemüsevielfalt, die das Kollektiv anbaut, spiegelt die Diversität der Menschen dahinter: 60 Sorten, darunter viele Raritäten, die in der konventionellen Landwirtschaft längst verschwunden sind.

Sichtbarkeit als politischer Akt

Im Dorf ist das Kollektiv heute akzeptiert — nicht weil alle einverstanden wären, sondern weil die Arbeit für sich spricht. „Wir liefern gutes Gemüse. Wir pflegen unsere Felder. Wir sind verlässliche Nachbarn. Das zählt am Ende mehr als alles andere."

Zum Pride Month möchte das Kollektiv dennoch ein klares Zeichen setzen: Queere Menschen gehören auf das Land. Nicht trotz ihrer Identität, sondern mit ihr.